Liebe ist…

Vor Kurzem habe ich die von Rainer Maria Rilke verfassten „Briefe an einen jungen Dichter“ gelesen. Ich kann mich kaum daran erinnern, wann ich zuletzt etwas lesen durfte, dass so tröstlich und lehrreich gleichzeitig war. Rilke besaß, finde ich, die Gabe menschliche, innere Zustände in passende, sehr aussagekräftige Worte zu fassen. Ich denke, dass ich, obwohl die Briefe eigentlich an jemand anderen adressiert waren, immer wieder zu ihnen zurückkehren werde. Zur Erinnerung und zum Trost.

Eine Aussage hat mich besonders beschäftigt und meine Perspektive verändert. Sie lautet wie folgt:

[…] Liebe, die darin besteht, daß zwei Einsamkeiten einander schützen, grenzen und grüßen.“

In den Mainstream-Medien, wie Filmen und der Musikindustrie, wird die Liebe, finde ich, häufig wie ein Zustand beschrieben, bei dem zwei Menschen miteinander verschmelzen und dazu bereits sind, alles für den/die Angebetete(n) aufzugeben. Sie sind bereit, den anderen Menschen zum Mittelpunkt ihres Lebens zu machen, nach dem sich alles ausrichtet. Einsamkeit ist das unliebsame Gegenteil dazu, das man zu vermeiden versucht.

Ich vertrete jetzt vielleicht eine etwas unpopuläre Meinung wenn ich sage, dass ich von dieser Vorstellung von Liebe nicht viel halte. Diese Art von Liebe, bei der sich Menschen fast ausschließlich über sie definieren und Grenzen verschwimmen, bis sie nicht mehr auszumachen sind, finde ich eher problematisch. Dabei tun sich bestimmt irgendwann Probleme auf, die keiner der beiden Liebenden für den anderen lösen kann.

Rilke war, so wie ich verstanden habe, der Meinung, dass wir erst Einsamkeit aushalten und mit ihr wachsen müssen, um lieben zu können. Dass Einsamkeit notwendig ist, um gesunde Beziehungen zu führen. Denn nur wer sich abgrenzen kann, etwas Eigenes besitzt, kann eine liebevolle Beziehung von Mensch zu Mensch bilden, die „unendlich rücksichtsvoll und leise“ ist:

[Sie] müssen lieben lernen. […] und so ist Lieben […]: Einsamkeit, gesteigertes und vertieftes Alleinsein für den, der liebt. Lieben ist […] ein erhabener Anlaß für den einzelnen, zu reifen, in sich etwas zu werden, Welt zu werde, Welt zu werden für sich um eines anderen willen […].“

Liebe bedeutet also für mich, dass zwei Menschen eigene Individuen bleiben, die aus tiefer Zuneigung heraus die Grenzen des anderen aufrechterhalten und achten. Sie sind nicht zusammen, um Einsamkeit zu entkommen oder ihr aus dem Weg zu gehen. Sie verstehen, dass sie Teil menschlichen Erlebens ist und manche Fragen jeder Mensch nur für sich beantworten kann. Liebe ist für mich, wenn zwei Menschen die Identität des anderen schützen und dabei wertschätzend, achtsam und gut zueinander sind.

Quelle: Rainer Maria Rilke, „Briefe an einen jungen Dichter“, Insel Verlag 2019

Willkommen

Siehst du in den selben blauen Himmel wie ich?
Ist er genauso weit, so klar, so zuversichtlich?
Wirkt für dich das vertraute, strahlende Blau
Auch wie ein Versprechen aus einem Traum?

Siehst du die lächelnden Knospen der Bäume?
Wie gern würde ich den Blättern und Blüten helfen
Aus der behaglichen Enge auszubrechen,
Um ihnen zu zeigen welche Welt sie verzieren.

Gerade scheint sie nämlich friedlich und sicher zu sein.
Die kleinen Sprossen tragen nicht unerheblich dazu bei.
Denn sie erinnern daran, was alles erwachen kann,
Selbst wenn der lange Winter Spuren hinterlassen hat.

Willkommen Frühling, du wurdest sehnlichst erwartet!
Bitte bleib noch ein bisschen, ich habe Tee zubereitet…

Fragezeichen

Starre. Erstaunen.
Meine Welt, sie enthält neue Formen.
Alles wovor ich wegzurennen schien,
Fand den Weg zurück zu mir.
Wünsche, die ich kaum wagte auszusprechen,
Weil ich fürchtete, dabei zusammenzubrechen,
Sind plötzlich eine Gestalt aus Fleisch und Blut.
Woher bist du gekommen, wieso zu mir?
Dachte meine Sehnsucht ist für immer ohne Ziel.
Doch alte Ängste, alte Sorgen,
Alte Muster bleiben nicht verborgen.
Ich kenne ja nur die Einsamkeit,
Liebe innig ihre Sicherheit.

Jedoch bietest du mir mutig etwas an,
Das so selten ist wie ein Gewitter
Über einem feuerspeienden Vulkan.
Bedingungslose Akzeptanz und Zuneigung,
Die keine Gegenleistung verlangt.
Passiert das wirklich? Wie hat das angefangen?
Die verletzliche Skepsis will nicht weichen,
Wartet lauernd auf ein verräterisches Zeichen.
Ich hoffe wirklich du bist kein langer, schöner Traum,
Aus dem ich gerissen werde sobald ich ihm trau‘.
Danke, mein lieber Freund, dass es dich gibt.
Ich hoffe du weißt wie hell du leuchtest,
Selbst wenn das Auge dich nicht sieht.

Selbstbewusstsein

Ich habe gerade den Unterschied zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz gegoogelt. Dabei habe ich es so verstanden, dass Arroganz meist aus Unsicherheit entsteht. Die betroffene Person fühlt sich „höherwertiger“, indem sie andere Menschen herabsetzt und schlecht behandelt. Selbstbewusstsein allerdings bedeutet, dass man eigene Gefühle sowie Gedanken angemessen ausdrücken, nein sagen und für eigene Rechte einstehen kann, OHNE Menschen zu beleidigen. Andere kommen also eigentlich nicht zu Schaden, ganz im Gegenteil. Ein selbstbewusster Mensch ist in der Lage, auf die Meinungen und Bedürfnisse anderer einzugehen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, weil er es nicht nötig hat, anderen die eigene Überlegenheit zu beweisen. Das hört sich doch einleuchtend an. Interessant, wie häufig jedoch diese beiden Begriffe verwechselt werden. Sie scheinen einander fast schon auszuschließen, finde ich.

Ich bin über den Hinweis gestolpert, dass aufgrund althergebrachter gesellschaftlicher Normen und Vorurteile selbstbewussten Frauen häufiger Arroganz, Penetranz und Wut unterstellt wird. Dieser Hinweis fand in mir direkt vehemente Zustimmung…leider. Das ist etwas, was mich in der Vergangenheit nicht nur einmal sehr, sehr verletzt hat. Der Vorwurf, ich sei arrogant, weil ich beruflich respektvoll, aber durchsetzungsstark kommuniziert habe. Das wird Männern deutlich seltener übel genommen, denn Männer werden traditionell in Führungsrollen gesehen. Manchen Menschen fällt es dadurch, schätze ich, leichter, Anweisungen oder klare Aussagen von ihnen anzunehmen. Diese Ungleichheit darin, mit welcher Haltung und mit welchen Vorurteilen Ärztinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen begegnet wird, ist bei mir auf der Arbeit kein seltenes Gesprächsthema. Dabei fällt es so einigen männlichen Kollegen überhaupt nicht schwer einzugestehen, dass sie diese Unterschiede bereits beobachtet haben und sie verurteilen.

Der Vorwurf der Arroganz macht mich traurig. Weil ich mir unheimlich viel Mühe damit gebe, respektvoll, rücksichtsvoll und transparent zu kommunizieren, egal ob es um berufliche Interaktionen oder um Diskussionen mit pflegerischen/ärztlichen KollegInnen geht. Klar, bin ich auch nur ein Mensch und mache Fehler, leider ziemlich regelmäßig. Aber ich kann ganz aufrichtig sagen, dass ich nie zögere, mich zu entschuldigen. Trotzdem passiert es sehr schnell, dass selbstbewusstes Aufzeigen von Grenzen oder die Aussprache eigener Meinungen, egal wie vorsichtig formuliert (und ich bin ein bedächtiger Mensch), als Arroganz missverstanden wird. Also versuche ich mich damit abzufinden, den Vorwurf immer wieder hören zu müssen, wenn ich selbstbewusst kommuniziere.

Denn ich möchte mir das Recht nicht nehmen lassen, meine eigenen Gedanken und Bedürfnisse auszuformulieren, Grenzen aufzuzeigen, die jede zwischenmenschliche Beziehung braucht, und meine fachlichen Kompetenzen einzubringen. Das bedeutet nicht, dass ich andere dabei einschränken möchte oder herabsetzen, gar beleidigen darf, um Gottes Willen. Ich bitte, nein, ich fordere nur den gleichen Respekt ein, der meinen männlichen, weißen Kollegen ganz selbstverständlich entgegengebracht wird. Weil Respekt die Grundlage für ein wertschätzendes, rücksichtsvolles Miteinander ist. Ganz egal ob es sich um eine Interaktion zwischen zwei ÄrztInnen, Arzt/Ärztin und Pflegekraft, oder Arzt/Ärztin und Reinigungskraft handelt, das ist doch völlig egal, der Respekt muss auf Gegenseitigkeit beruhen. Jedem Menschen sollte der Raum eingestanden werden, eigene Gefühle, Bedürfnisse und Reaktionen auf andere angemessen ausdrücken zu können. Aus Respekt von Mensch zu Mensch, eben weil wir ALLE Menschen sind.

Menschlichkeit I

Wie schwer es doch manchmal ist zu verstehen, dass jeder Mensch anders ist und man nicht ohne weiteres eigene Gefühle, Denk- und Sichtweisen auf andere übertragen kann. Selbst wenn ich etwas sehr, sehr gut gemeint habe, die Intention kann vom Gegenüber völlig missverstanden werden. Einfach weil die Perspektive, aus der die Situation und vielleicht auch die Welt betrachtet wird, eine gänzlich andere ist. Gerade erscheint es mir beinahe wie ein Wunder, dass Menschen nicht permanent aneinander vorbeireden und sich ständig furchtbar einsam fühlen. Wie wichtig doch Sprache und Kommunikation ist…Aber nicht jeder möchte von anderen gesehen werden. Es gibt Menschen, die sich bewusst verbergen, da das ihr Verständnis von Stärke und Überlegenheit ist. Ich persönlich kann überhaupt nichts mit dieser Einstellung anfangen und frage mich, warum man sich so etwas antut.

Ich habe vor Kurzem, ohne Böses zu wollen, einen Menschen enttarnt und dieser hat es mir dann übelgenommen. Denn dieser Mensch setzt Menschlichkeit, Hilfsbedürftigkeit und Trauer mit Schwäche gleich. Dieser Mensch möchte unbedingt stark und unverwundbar sein. Ich war selbst auch mal so ein Mensch und weiß, wie schädlich diese Haltung ist. Doch wer bin ich schon, Einwände oder Bedenken zu erheben? Ich muss die Entscheidung dieses Menschen respektieren, Menschlichkeit abzulehnen. Oder vielleicht möchte dieser Mensch einfach nur nicht mir gegenüber menschlich sein. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich dieses Gefühl der Hilflosigkeit nicht mag. Nicht zuletzt deswegen habe ich vor Jahren mal meinen Berufsweg eingeschlagen. Nur konnte ich damals noch nicht verstehen, dass ich mich nichtsdestotrotz immer wieder hilflos fühlen werde, egal wie viel Erfahrung, wie viel Wissen und wie viele Abschlüsse ich angehäuft habe. Du bist der beste Beweis dafür. Du musst mich nicht an dich heranlassen, keine Sorge, ich lasse dich allein.

Fehler

Ich hoffe man kann mir meine Fehler verzeihen.
Und ich hoffe ich mir selbst meine Unbedachtheit.
Aber ein Fehler wird nur dann vergeblich begangen,
Wenn die Reflexion keine Reue, keine Veränderung verlangt.
Mensch sein heißt Unvollkommenheit.
Eine Tatsache, die uns einschränkt und doch befreit.

Wintertief

Ich vermisse den Duft heißer Sommertage. Wenn die Luft steht, die nur sporadisch von einer zu warmen Brise durchbrochen wird, und die Sonne auf der Haut brennt. Den Duft überreifer Blüten und von vertrocknetem Gras. Ich vermisse die Leichtigkeit des guten Wetters, wie unbeschwert und aufgeschlossen sich alles anfühlt. Die Sonnenstrahlen, die auftauen was sie berühren und die selbst die einsamsten und düstersten Ecken in ein neues Licht tauchen. Die Menschenmengen, die geschäftig, aber glücklich vor sich hin raunen während Musik im Hintergrund eine Stimmung der sanften Nostalgie ertönen lässt. Eine Nostalgie, die alles durchtränkt und durch die alles weich erscheint. Keine scharfen Konturen, denn sie sind zergangen und fließen harmonisch, ja sogar verträumt dahin. Heiße Sommertage sind für mich wie ein frisch gebackener Kuchen, der vor Augenblicken aus dem Ofen befreit wurde. So angenehm wie das warme Gefühl in der Bauchgegend, das ich nach einem leckeren Tee verspüre, oder wenn Menschen gut zueinander sind. Sie erinnern mich an alles Vertraute, alles Warme, das sich erinnern lässt und alles Teure, das zwar vergänglich, aber nicht vergessen ist.

Herz

Das Herz
Es pumpt, pumpt und pumpt.
Schlag, für Schlag, für Schlag
Den roten Lebensstrom durch unsere Körper.
Scheinbar unermüdlich, unberührt, unerreicht
In seiner schieren Ausdauer und Persistenz,
So unabdingbar für unsere Existenz,
Der Motor der Maschinerie namens Mensch.

Das Herz
Es rast, rast und rast
Schlag, für Schlag, für Schlag,
Wenn wir uns ärgern oder fürchten.
Kulturell der Sitz von Seele und Emotion,
Besetzt mit den gefühlvollsten Assoziationen
Die rhythmische Begleitung
Einer endlichen Melodie.

Das Herz
Es kämpft, kämpft und kämpft
Schlag, für Schlag, für Schlag
Mit unvorstellbarem Leid und Verzweiflung,
Wenn jeder Tag nur neue Schrecken mit sich bringt,
Und keine erlösende Hoffnung in Sicht.
Die Frage ist, wie viel lässt sich ertragen
Und wie viel nicht?

Das Herz
Es ringt, ringt und ringt
Schlag, für Schlag, für Schlag
Mit Wunden, die der Krieg bringt.
Selbst wenn Sicherheit einkehrt
Und der Körper schließlich unversehrt,
Es sind die Bilder, die wiederkehren,
Die Verluste wiegen zentnerschwer.

Das Herz
Es pumpt, pumpt und pumpt
Schlag, für Schlag, für Schlag
Den roten Lebensstrom durch unsere Körper.
Scheinbar unermüdlich, unberührt, unerreicht
Birgt es die Macht über Leben und Tod,
Ist aber auch Symbol für Menschlichkeit und
Aufrichtiges Mitgefühl in der Not.

Dein Herz.
Spürst du es?

Dieses Gedicht habe ich geschrieben, nachdem ich die Geschichte eines geflüchteten Jungen aus Syrien hörte. Sein Leid und die neuen Herausforderungen, mit denen er sich hier in Deutschland auseinandersetzen musste, ließen mich nicht los. Ich kam nicht umhin mich zu fragen, wie es kommt, dass es manchen so schwer fällt Mitgefühl zu empfinden…Ganz unabhängig davon, ob es sich um einen Geflüchteten handelt oder um den Obdachlosen in der Bahn. Wieso werden manche Menschen mehr als Menschen wahrgenommen als andere? Es macht mich wütend und traurig gleichzeitig. Ich denke, Mitgefühl und Menschlichkeit sind nie fehl am Platz. Also sie würden diese Welt definitiv zu einem angenehmeren Ort machen…

Winterwunderland

Ein sanft-knirschender Teppich,
Der in der Sonne funkelt,
Die Bäume tragen weiße Kronen.
Sterne aus Watte fallen hinab,
Tanzen im Takt des Windes,
Die Welt erstarrt.
Nicht vor Schreck oder
Lähmender Angst,
Sondern weil der Winter
Auf sich aufmerksam macht.
Er senkt seine frostigen Flügel
Über Stadt und Land.
Ist es nicht erstaunlich,
Was Kälte bewirken kann?

Mit der Not kommt Hoffnung

Das folgende Gedicht habe ich zu einer Zeit geschrieben, in der ich zur Abwechslung mal selbst Patientin war, und zwar in einem alten Krankenhaus im nördlichsten Teil von Berlin. Die Gebäude waren recht schöner, historischer Bauart. Das vermochte mich zeitweise von meinem eigentlichen Besuchsgrund abzulenken. Krankheit natürlich. Ich habe einige Möglichkeiten gehabt, mich mit ihr zu beschäftigen, nicht nur von der rein naturwissenschaftlichen Seite. Dabei kam ich zu dem Ergebnis:

Krankheit ist
Ein unumgänglicher Teil des menschlichen Daseins,
Dessen Ausmaß mehr als nur eindimensional ist
Und so einige Ebenen des Lebens miterfasst.
Sie ist nicht nur eine Reihe von typischen Symptomen,
Ihre molekulare Entstehung oder therapeutische Interventionen,
Sondern sie ist auch das, was sie mit dem Menschen macht.
Wie sie individuell erlebt wird und das Leid, das sie verursacht.

Ich merkte schnell, dass uns die kleinsten, unscheinbarsten Dinge Freude bereiten und eine Quelle der Hoffnung sein können. Man muss lediglich aufmerksam sein und genau hinsehen. Wenn nichts für selbstverständlich gehalten wird, dann fängt man an, die Welt aus den Augen eines Kindes zu betrachten. Kinder können sich für so viele unscheinbare Dinge begeistern…Warum muss uns diese Fähigkeit abhanden kommen? Also, jetzt zum besagten Gedicht:

Wie kann man Enttäuschung in Worte fassen?
Es ist so als falle dein Herz aus großer Höhe
Hinab in eine bisher unentdeckte Tiefe
Dem Lebendigen, Hoffenden unbekannt.
Enttäuschung heißt
Ich habe gehofft und gebangt und gewartet,
Dass etwas eintritt, das nicht sein kann
Und ich frage mich was mir fehlt,
Dass das, wonach ich mich sehne, mir aus dem Weg geht.
Ich sehe mich im Spiegel an um festzustellen,
Dass mich kaum etwas von anderen unterscheidet:
Ich bin genauso stark, genauso schwach,
Genauso müde, genauso wach,
Genauso verletzlich und offen und vorsichtig verschlossen
Und ängstlich und mutig und einfach nur menschlich,
Also wie kommt es, dass ich einen so seltsamen Weg eingeschlagen hab‘?
Ohne es zu wissen, ohne damit zu rechnen,
Führte alles was ich tat genau hier her.
Ein Ort voller gegensätzlicher Empfindungen.
Vom Gefühl der Freiheit, der Freude kleinster Dinge
Bis hin zu tiefster Schuld und Traurigkeit.
Kannst du sehen, was mich verschlingt von Zeit zu Zeit?
Aber wenn der Himmel blau ist,
Ich mit dem Wind eile und alles kurz friedlich ist,
Dann spüre ich das Leben in mir und es ist still.
Die wertvollsten Dinge sind die, die nicht sichtbar sind.

Kurz zum Titel dieses Beitrags: Er ist eine grobe Übersetzung eines Verses im Koran (94:5).